Die Ausgabe enthält als Werke-Teilsammlung Gedichte, Kurzprosa, Aphorismen, Epigramme, Essays, Reden, Rezensionen und Vertonungen, die in Einzelveröffentlichungen zwischen 2007 und 2011 erschienen sind. Hervorzuheben sind die Lyrik-Zyklen „Wortwörtlich“, „Mitunter ein Anker“, die Vertonungen „ars moriendi, ars vivendi“ und „Hoffnung ist“, Komponist Prof. Jürgen Löchter, die Aphorismensammlung „Kriecher stolpern nicht“, sowie aus dem Prosateil die Essays „Wer nicht hören will, muss sehen, HAP Grieshaber“, „Einer der besten Erzähler der Gegenwart. Hommage an Michael Klaus“ und „Wenn die Bäume sterben, sterben auch die Menschen. Über den Holzschneider Horst Dieter Gölzenleuchter“. Begleitet werden die Texte von zahlreichen Holzschnitten und Zeichnungen, die in besonderer Weise die Affinität Hugo Ernst Käufers zur bildenden Kunst der Vergangenheit und Gegenwart dokumentieren. Vertreten sind Ernst Barlach, Artur Cremer-acre, HAP Grieshaber, Horst Dieter Gölzenleuchter und Manfred Wotke. Vorangestellt ist eine Einführung von Joachim Wittkowski: 'Worte wie Blätter am Gingko' Der Band ist eine Fortsetzung und wesentliche Ergänzung der bisher erschienenen Werke-Teilsammlungen, die das Gesamtwerk Hugo Ernst Käufers dokumentieren, das in den vergangenen sechzig Jahren entstanden ist und sich formal und inhaltlich eigenständig auszeichnet, ein Werk, das 1950 mit der Veröffentlichung des Gedichtes „Alte Frauen“ in der Zeitung „Die Welt“ begann und seitdem in 70 Einzelausgaben kontinuierlich gewachsen ist.
Hugo Ernst Käufer: geb 1927 in Annen, war Direktor der Stadtbücherei Gelsenkirchen, Gründer der "Literarischen Werkstatt Gelsenkirchen", Mitbegründer des "Werkkreises Literatur der Arbeitswelt", ist Vorsitzender der "Liselotte und Walter Rauner Stiftung Bochum", Ehrenvorsitzender der Europäischen Autorenvereinigung "Die Kogge", Mitglied des PEN. Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher und Anthologien, erhielt zahlreiche Preise und Auszeichungen, darunter den Literaturpreis Ruhrgebiet 2002 und den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen 2008. Käufer zählt zu den umtriebigsten und produktivsten Literaturmultiplikatoren der Gegenwart. Neben eigenen Gedicht- und Essaybänden gab er als kritischer Chronist zahlreiche Anthologien heraus. Zu seinen Weggefährten zählten u.a. Max von der Grün und Paul Schallück.
Aus dem Vorwort von Joachim Wittkowski:
Hugo Ernst Käufer ist ein wahrhafter homme de lettres: Als Schriftsteller,
dessen älteste publizierte Gedichte aus dem Jahr 1947 datieren,
wie als Bibliothekar, der seine Laufbahn 1951 in der Stadtbücherei
Witten begann, hat er sich ein Leben lang mit der Literatur beschäftigt.
Frucht dieser Tätigkeit sind zahlreiche seit 1952 kontinuierlich
erschienene Bücher mit literarischen Werken, überwiegend Gedichten,
dazu Herausgeberschaften literarischer Bücher oder solcher, die
sich mit Literatur befassen, bibliothekarische Publikationen, Beiträge
in Anthologien und Zeitschriften, Vor- und Nachworte, Lexikonartikel;
daneben ist Hugo Ernst Käufer in der Presse präsent mit Gedichtabdrucken,
Artikeln über Schriftsteller, Rezensionen. Und bei all dem
darf nicht vergessen werden, dass Hugo Ernst Käufer ein bedeutender
Förderer der Literatur im Ruhrgebiet ist: Die von ihm initiierte
»Literarische Werkstatt Gelsenkirchen« ist sein Werk; zudem war er
Mitbegründer des »Werkkreises Literatur der Arbeitswelt«, engagiert
sich ungezählte Male als Jury-Mitglied literarischer Preise, als Vorsitzender
der »Liselotte und Walter Rauner-Stiftung« wie der »Gesellschaft
der Freunde der Stadtbücherei Gelsenkirchen«. Allein schon
die Vielfalt und der Umfang der Tätigkeiten auf dem weiten Feld der
Literatur zeigt an, dass für Hugo Ernst Käufer Literatur im Zentrum
des Lebens angesiedelt ist.
Mit den vier Sammelbänden Stationen (1977), Ohne Erinnerung hat
die Zeit kein Gesicht (1997), LeseZeichen (2001) und Zwischenbericht
(2007) liegt als eine Art Werkausgabe in Einzelbänden eine Übersicht
über Hugo Ernst Käufers literarisches Schaffen in der Zeit von 1945
bis 2007 vor, deren Auswahl er selbst getroffen hat. Was hier versammelt ist, das hat für den Autor auch in der Rückschau Bestand.
Was bleibt zu sagen nach den ersten sechzig Jahren des Schreibens?
Die Antwort gibt der hier vorliegende fünfte Band dieser Reihe, Heimat
Sprache als Tor zur Welt, der Texte aus den Jahren 2007 bis 2011,
den fünf Jahren vor Hugo Ernst Käufers 85. Geburtstag versammelt.
Es ist keineswegs klischeehaft, wenn ein Autor in seinem 85. Lebensjahr
„die Summe / unterm Strich / ziehen“ will, sondern der keiner Erklärung bedürftige Drang, sich seiner Identität zu vergewissern,
sich, soweit dies möglich erscheint, Klarheit zu schaffen über das eigene
Leben, seinen Zielpunkt, seine schmerzlich empfundenen Tiefen
und über das, was man bewirkt haben mag. Letztlich gehört dies zum
Wesen der Dichtung: "Wort um Wort am eigenen Leben entlang".
Presse:
"...Der Stift gehört untrennbar zu Käufer, das Schreiben ist sein Zugang zur Welt...Virtuos beackert der Schreiber Käufer manches Feld: Gedichte, Kurzprosa, Vertonungen, Aphorismen, Epigramme, Essays, Reden und Rezensionen enthält die Sammlung und darin bilden sich die Facetten der Welt des Altmeisters ab. Melancholie, Tod, Abschied sind fast allgegenwärtige Themen; ein Humor, oft von gewisser Bitterkeit und Grimm durchwirkt durchzieht die Texte genauso wie ein stetes Engagement zu Gunsten der Schwachen, der Einzelnen und der Abgehängten. Der Bleistift symbolisiert auch den Nachdruck, der in Käufers Schreiben immer mitzulesen ist - egal welches Thema er beackert. Wenn ein Autor in doppelter Hinsicht so etwas hat wie "eine Handschrift" , dann Käufer...."(Tom Thelen WAZ 16.12.11)
Mühelose Stilvielfalt
Ein schöner Sammelband vereint Hugo Ernst Käufers Werk von 2007 bis 2011
Was bleibt zu sagen nach sechs Jahrzehnten des Schreibens? Die Frage, die der
Germanist Joachim Wittkowski im Vorwort zur neuen TexteSammlung Hugo Ernst Käufers stellt, ist natürlich eine rhetorische. Auf über 400 Seiten kommt der Band, der Werke aus den Jahren 2007 bis 2011 vereint.
Gedichte, Kurzprosa, Aphorismen, Essays, Reden, Rezensionen und auch Lieder
gehören zum ungeheuer breiten Stilrepertoire, in dem sich der Bochumer Autor, der am 12. Februar kommenden Jahres 85 wird, mühelos bewegt. In seinen Gedichten und Aphorismen gibt Hugo Ernst Käufer Hinweise auf seine Motivation, zu schreiben. „Im Gefäß Wort / die Welt erkennen/ sie neu erfinden“, ist sein Ziel. „Wort für Wort / am eigenen Leben / entlang“, heißt es an anderer Stelle. So ist Käufer sein Leben
lang ein kritischer Begleiter des Weltgeschehens gewesen, hat sich stets zur gesellschaftlichen und politischen Funktion der Kunst bekannt. Er schreibt gegen das Vergessen, für die Schwachen und Abgehängten. Sein Schreiben ist Erinnerung
an das eigene Leben, das immer mit Literatur zu tun hatte...und Würdigung von Freunden und Weggefährten wie den Autoren Werner Streletz und Friedrich
Grotjahn der Holzschnitt Künstler HAP Grieshaber und Horst Dieter Gölzenleuchter. Ihre Werke bebildern das umfangreiche Sammelwerk, das sich wunderbar zum literarischen Flanieren, zum ziellosen Aufschlagen und in den Worten verlieren eignet. Große Meisterschaft hat Käufer zuletzt nämlich vor allem in den kurzen Formen bewiesen. Reich sind seine Aphorismen – eine fast ausgestorbene Form. Wofür Hermann Hesse einen ganzen Roman, den „Steppenwolf“, gebraucht hat, das sagt der Bochumer in einem Satz: „Lebensaufgabe: / Klarkommen mit den Vielen
in mir“. Und ein anderer Aphorismus aus der komplett im Band enthaltenen Sammlung „Kriecher stolpern nicht“ bringt in klaren Worten das Zeit Verständnis
des Autoren auf den Punkt: „Die Gegenwart ist so, wie die Vergangenheit sie gemacht hat.“
(Max Florian Kühlem; Ruhr-Nachrichten 21.12. 11)